Karriere

Frauenförderung bei der HOWOGE

Als Sibylle Sacher 2011 ihr Amt als Frauenvertreterin bei der HOWOGE antrat, tat sie das noch ehrenamtlich. In der Zwischenzeit hat sich beim Thema Frauenförderung innerhalb der HOWOGE viel getan. Seit 2016 ist Sacher hauptamtlich Frauenvertreterin und blickt dabei auf ein sehr vielfältiges Aufgabenfeld – von der Begleitung von Bewerbungsgesprächen, über die Beratung bei inhaltlichen Anliegen von Kolleg: innen bis hin zur Umsetzung des Frauenförderplans.

Die wichtige Rolle der Frauenvertreterin im Bewerbungsprozess

Der Terminkalender von Sibylle Sacher kann in manchen Wochen sehr voll sein. Sie begleitet Bewerbungsgespräche, studiert im Vorfeld die Lebensläufe der Bewerber: innen, sieht sich die Struktur der einstellenden Abteilung an und holt Informationen zu Gehaltsmöglichkeiten ein. Nach einem Erstgespräch gibt sie ihre Empfehlung ab: Bei gleicher Eignung und einem geringeren Frauen- als Männeranteil in der Abteilung darf sie Bewerberinnen gegenüber Bewerbern den Vorzug geben. Dies regelt das Berliner Landesgleichstellungsgesetz. Nach finaler Entscheidung wird sie nochmals einbezogen und verfügt über ein Vetorecht – sollte sie die Grundsätze der Gleichstellung als nicht erfüllt sehen.

Ein offenes Ohr für Kolleginnen

Neben der Begleitung von Bewerbungsgesprächen ist Sacher auch die erste Ansprechpartnerin bei konkreten Anliegen ihrer Kolleginnen, die sie in einer Sprechstunde einmal pro Monat offen und vertraulich schildern können. „Viele beschäftigt natürlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie individuelle Homeoffice-Möglichkeiten, die sie zunächst im kleinen Rahmen mit mir besprechen möchten. Aber auch die Rückkehr aus einer längeren Abwesenheit aufgrund von Elternzeit oder Krankheit und die Weiterqualifizierung sind für viele Kolleginnen wichtige Themen“, so Sacher.

Flexible Arbeitsbedingungen und individuelle Karriereoptionen

Dass die HOWOGE für Frauen ein attraktiver Arbeitgeber ist, macht die Frauenvertreterin vor allem an zwei Aspekten fest. Das ist zum einen die Vollzeitregelung von 37 anstelle von 40 Stunden und eine flexible Arbeitszeiteinteilung von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends. Auch Teilzeit-Modelle werden gerne in Anspruch genommen: Von 491 beschäftigten Frauen waren im September 2023 84 in Teilzeit beschäftigt. Dies liege oft an der Betreuung der eigenen Kinder, aber auch an der Pflege von kranken Angehörigen, wie Sacher aus ihren Erfahrungen weiß.

Was der Frauenvertreterin ebenfalls besonders wichtig ist: Jeder Kollegin einen individuellen und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Karriereweg aufzuzeigen - gerade bei Frauen, die eine Führungsposition anstreben. Dies unterstreicht auch das Beispiel der Ausbildungsleiterin Maxi Lebelt. Vor über zehn Jahren begann sie damals ihre Ausbildung als Immobilienkauffrau, studierte anschließend und landete schließlich in der Ausbildungsleitung des Unternehmens. Von den Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen ist sie überzeugt: „Bei der HOWOGE sind alle Mitarbeitenden gleichberechtigt – wofür sich unter anderen auch unsere Frauenvertretung einsetzt. Jeder kann sich einbringen und aktiv am Erfolg des Unternehmens mitwirken. Meine Ideen werden gehört und ich kann mich immer wieder neuen Herausforderungen stellen.“

Frauen für bestimmte Berufsgruppen gewinnen

Um die Frauenförderung auch weiterhin fest in der Organisation zu verankern, hat die HOWOGE- einen Frauenförderplan beschlossen. Dazu gehören konkrete Maßnahmen in den Bereichen Personalgewinnung, -entwicklung, Arbeitsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, betriebliche Gesundheitsförderung sowie Lohngleichheit. Sacher ist bei der Umsetzung des Plans besonders die fortlaufende Weiterqualifizierung der Frauen wichtig: „Wir bestärken Frauen darin, auch in eher noch männerdominierten Berufen Fuß zu fassen, wie zum Beispiel in der IT oder im Ingenieurswesen.“ Dazu sei man auch auf Messen vertreten, wo Frauen gezielt angesprochen werden, um Interesse und Neugierde für eine Beschäftigung bei der HOWOGE zu wecken.

Dass das Thema Gleichstellung von Mann und Frau im Berufsleben nur mit einem Mit- und nicht einem Gegeneinander gelingen kann, davon ist Sacher überzeugt: „Wenn die Verantwortung auf Frauen und Männern lastet, dann ist das eine geteilte Verantwortung. Damit können wir Probleme viel besser lösen, als wenn nur eine Partei für die Arbeit oder die Kinderbetreuung zuständig ist.“ Den Schlüssel sieht sie in einem gegenseitigen Verständnis für die jeweilige Situation des anderen: „Wenn das gelingt, sind wir schon einen großen Schritt weiter.“